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Falsches Deklarieren von Haiprodukten

Das falsche Deklarieren von Haiprodukten ist ein großen Problem. Es setzt Konsumierende gesundheitlichen Risiken aus, ermöglicht einen Markt für bedrohte Arten und bedroht marine Ökosysteme.


Falsches Deklarieren bedeutet, dass Konsumenten im Unklaren darüber gelassen werden, welche Produkte Fleisch von Haien beinhalten, da diese nicht gekennzeichnet werden. Dies erlaubt Konsumenten nicht, bewusst nachhaltige Produkte zu wählen und hält sie davon ab, informierte Entscheidungen zu treffen. Hinzu kommt der häufig problematische Gebrauch von Überbegriffen, da hierdurch die echten Inhaltsstoffe verschleiert werden. Die falsche Kennzeichnung von Haiprodukten ist ein Faktor, der zu der raschen Abnahme von Haipopulationen beiträgt. Haie sind essentiell für die Gesundheit. Sie halten die Balance in Ökosystemen und tragen dazu bei Bestände gesund zu halten, indem sie verletzte, kranke und schwache Individuen sowie Überpopulationen bejagen. Haipopulationen nehmen in alarmierender Geschwindigkeit ab, bis jetzt sind bereits mehr als 90% aller Haie verloren. Um die Zukunft unserer Ozeane zu sichern, müssen wir Haie schützen und vor dem Aussterben bewahren.

Überfischung trägt dazu bei unsere Haipopulationen auszulöschen, angetrieben wird sie von der großen Nachfrage nach Haiwaren.


Warum birgt der Konsum von Haifleisch gesundheitliche Risiken?

Der Konsum von Haiprodukten wie Fleisch und Flossen setzt eine Person gefährlich hohen Konzentrationen von Giften wie Quecksilber und BMAA (Nervengift) aus. Haie sind an der Spitze der Nahrungskette, weswegen sie Gifte von niedrigeren trophischen Ebenen (entlang der Nahrungskette) ansammeln. Dies passiert mittels Bioakkumulation - ein Prozess, in dem Haie alle Gifte ihrer Beutetiere (und deren Beutetiere) aufnehmen. Dadurch sind in dem Gewebe von Haien signifikant höhere Level von Giften zu finden als in den meisten anderen Fischen. Dies bedeutet, dass das falsches Deklarieren von Haiwaren nicht nur Betrug ist, sondern gleichfalls die Gesundheit von Konsumenten negativ beeinflussen kann.

Verschiedene Beispiele von Haiwaren und verbreiteten Gerichten wie z.B. Haifischflossensuppe


Warum nehmen Haipopulationen so dramatisch ab?

Der größte Faktor für die Abnahme von Haipopulationen ist Überfischung, sowohl gezielte Jagd als auch als Beifang, angetrieben von der globalen Nachfrage für Haiwaren wie Fleisch, Flossen, Leber, Öl und Kiemenplatten. Die Praxis des "Shark finning" (das Abschneiden der Flossen eines Hais - häufig am noch lebenden Tier und das anschließende Entsorgen des Körpers im Meer) wird durch die Nachfrage von Haifischflossensuppe angetrieben, was zu einem großen Flossenimport in Asien und insbesondere Hong Kong führte. Das Gericht war ursprünglich ausschließlich für die Oberschicht erschwinglich, aber durch das schnelle ökonomische Wachstum in den frühen 2000ern konnten sich auch Bürger der Mittelschicht das Gericht leisten, weswegen die Nachfrage nach Haifischflossen drastisch anstieg. Die Praxis des "finning" ist in vielen Ländern illegal, wird aber häufig von gering verdienenden Fischern betrieben - Flossen sind die wertvollsten Produkte aus dem Meer (bis zu 400$ pro kg) und nehmen dazu keinen wertvollen Platz in der Gefrierkammer des Schiffs weg, da die Flossen an Deck oder auf dem Dach getrocknet werden. Im Vergleich, das Fleisch eines Hais ist nur 20-60% so viel wert wie das von Thunfisch oder Makrele. Dies macht durch "finning" gewonnene Flossen zu einer hoch geschätzten Waren für den illegalen Handel, wo der Schwarzmarkt aufgrund fehlender internationaler Überwachung schwer zu kontrollieren ist. Schätzungen besagen, dass 100 Millionen Haie jedes Jahr gefangen werden, bis zu 76 Millionen werden aufgrund ihrer Flossen getötet. Ermittlungen über viele Jahre haben berichtet, dass viele gehandelte Flossen zu Spezies gehören, die von mehreren Organisationen geschützt werden (z.B. CITES), Fangquoten unterliegen und von großem Interesse für den Naturschutz sind. In Bezug auf Haiflossen wird die Dunkelziffer der Fänge sowie illegaler, unregulierter und ungemeldeter Fischfang (IUU) als besonders ausgeprägt angenommen, da sie häufig nicht in Fangquoten eingetragen werden und schwierig zu überwachen sind.


Die "Tragik der Allmende" spielt eine Schlüsselrolle bei der Übernutzung der Ozeane und Haipopulationen. Sie beschreibt einen Prozess, in welchen rationale, profit-getriebene Einzelpersonen allgemeine Ressourcen (wie die Ozeane) aufgrund ihrer einfachen Zugänglichkeit und nicht vorhandener Besitzansprüche ausnutzen. Er basiert auf einer kurzfristigen, selbstbezogenen und von Profit angetriebenen Mentalität, welche den eigenen Nutzen maximieren will anstatt Vorteile für alle zu sichern. Wenige Initiativen, die den Fang beschränken, und mangelhaftes Management der Fischerei führen dazu, dass Fischer anstreben ihre Fänge und damit ihren Profit zu maximieren. Dass die "Freiheit in einer Allmende (...) Verderben für uns alle [bringt]" (Hardin 1998) zeigt sich, da die Ausbeutung einer allgemeinen Ressource wie Fisch letzten Endes zu einem unumkehrbaren Kollaps der Populationen führt, der uns alle betrifft.

Haifischer überfischen Haipopulationen global; insbesondere pelagische Spezies sowie Spitzenprädatoren. Diese nicht nachhaltige Rate hat bereits zu einer Abnahme der Größe als auch der Diversität von Haien in der ganzen Welt geführt.


Insgesamt herrscht ein Mangel an artspezifischen Daten und viele Fänge werden nicht dokuentiert, insbesondere jene durch Beifang. Dies erleichtert illegalen Handel, der wegen geringer Kontrollen der Aktivitäten auf Hoher See schwierig zu regulieren ist und auch von geringem politischen Interesse ist, da hohe Subventionen in die Fischerei fließen. Große ökonomische Anreize machen zuverlässige Daten über die Fischerei-Aktivitäten der IUU rar: der unregulierte Handel mit Haiwaren ist jedoch als eine der bedrohlichsten Gefahren für Populationen hervorzuheben. Es wird prognostiziert, das nur die Hälfte der globalen Fänge dokumentiert werden. Viele Länder berichten von Fängen in großen Artgruppen, was dazu führt, dass artspezifische Fangquoten häufig stark unterschätzt werden. Desweitern werden Ausschuss und ein Großteil des Beifangs häufig von den Daten der Fischereien ausgeschlossen, sodass es auch hier zu weiteren Unterschätzungen der Fangzahlen kommt.

Über 100 Millionen Haie werden jedes Jahr gefangen.


Aufdecken von falschen Deklarierungen

Kontrolle über den Handel mit Haiwaren wird durch den Mangel an art-spezifischer Daten, welche kommerzielle Fischer häufig nicht erfassen, verhindert. Es ist häufig schwierig die Morphologie von verarbeitenden Produkten (wie Haiflossen), jedoch bietet DNA-Barcoding eine Möglichkeit artspezifische Daten zu erheben - zumindest für die meisten Proben. Da viele Haiwaren im Handel nicht deklariert oder falsch deklariert sind, bietet DNA-Barcodes ein mächtige, genaues, preiswertes und lohnendes Werkzeug, das den Handel von vielen bedrohten und illegal gehandelten Arten enthüllt hat. Desweiteren kann DNA-Barcoding über den biologischen Ursprung von Proben und die Region, in welcher sei gefangen wurden, informieren. Diese Informationen sind essentiell für effektiven Naturschutz und das Überwachen bedrohter Arten. Falsches und das Fehlen von Deklarationen sind besonderes weit verbreitet in Entwicklungsländern und sind meistens ein Versuch, um Widerstand von Konsumierenden zu verhindern und Umweltverbrechen (wie mit geschützten Arten zu handeln) zu verschleiern. Dies erlaubt illegale Haiprodukte auf den Markt zu gelangen. Falsches Deklarieren von diesen Produkten wird ebenfalls genutzt, um andere überfischte Fischarten auf dem Markt zu ersetzen, was dazu führt, dass das Problem nicht gelöst, sondern nur verschoben wird.

Haifischflossensuppe, ein Gericht, das aus dem Knorpel von Haiflossen zubereitet wird, ist der größte Antrieb für die hohe Nachfrage nach Haiflossen.


Was kann ich tun?

Das größte Problem ist, dass wir als Konsumierende häufig nicht wissen, was wir eigentlich essen. Hier ist eine Liste von häufigen Überbegriffen, die benutzt werden, um zu verschleiern, dass es sich um Haifleisch handelt (gestützt von vielen wissenschaftlichen Studien). In Australien und Großbritannien wird häufig das Wort "flake" benutzt, wobei auch "rock eel" (Steinaal), "huss" und "rock salmon" (Steinlachs) auftauchen. In Südamerika wird das Fleisch des Kurzflossenmakos als "ocean fillets" oder "skomoro" gelabelt, während es sich in brasilianischen Supermärkten um Haifleisch handelt, wenn man "cação" kauft. Im griechischen Raum spricht man von "galeos". Andere verbreitete Namen sind unter anderem "cazón", "bolillo", "surimi", "paletita", "moki" und "whitefish". Dazu kommt, dass in manchen Ländern weder für die Spezies noch für die Herkunft der Ware Deklarierungspflicht herrscht z.B. in Australien für gekochten Fisch und Meeresfrüchte.

Die beste Möglichkeit Haie vor dem Aussterben zu retten ist das Verringern des Marktes um Haiwaren, in dem keine Nachfrage herrscht. Bitte halte die Augen offen für folgende Überbegriffe, die Haiwaren bezeichnen, und verbreite das Wissen.


-Flake -Sea Eel (Seeaal) -Moki

-Whitefish -Catfish -Cação

-Rock Eel -Dogfish -Saumonette -Galeos -Grayfish -Little salmon

-Huss -Steak Fish -Paletita

-Cazón -Lemon fish -Smooth-hound

-Rock Salmon -Cape Steak -Sokomoro

-Bolillo -Rigg -Sea Ham

-Ocean Fillets -Gummy -Surimi


Einst waren Haie ein häufiger Anblick in unseren Ozeanen, doch heute kann man sich glücklich schätzen einem zu begegnen. Populationen nehmen drastisch ab und brauchen mehr Schutz, um sie nicht auszusterben. Haie sind von großer Bedeutung im Ökosystem und essentiell für die Gesundheit unserer Ozeane. Den größten Beitrag, den wir im Kampf gegen das Verschwinden von Haien beitragen können, ist den Markt für Hai-Waren zu reduzieren und Menschen über die Bedeutung von Haien und die Probleme des Falschdeklarierens aufzuklären.




Author:

Marine Biologist | Trainer

RED SEA PROJECT™


Übersetzung:

Pia Voitz








 

(Jacquet and Pauly, 2008; Bornatowski et al., 2013;Bornatowski et al., 2014; Staffen et al., 2017; Almerón-Souza et al., 2018; Marín et al., 2018; Hellberg et al., 2019; Hobbs et al., 2019; Pazartzi et al., 2019; Bernardo et al., 2020; Braccini et al., 2020; Marchetti et al., 2020; Minoudi et al., 2020, etc.)


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